Der Bund muss sicherstellen, dass die in der Schweiz anfallenden radioaktiven Abfälle im Inland sicher entsorgt werden. 2022 hat die NAGRA die Region Nördlich Lägern (NL) als Standortgebiet für die Realisierung des geologischen Tiefenlagers vorgeschlagen, ausserdem die Realisierung einer Verpackungsanlage (BEVA) in Würenlingen. Es ist unklar, welche Auswirkungen das Standortauswahlverfahren und der spätere Bau des Tiefenlagers und der BEVA auf die betroffenen Standortregionen haben. Begleitend zum Standortwahlverfahren ist deshalb ein Monitoring der sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen umgesetzt worden.
IC Infraconsult hat im Auftrag des Bundesamts für Energie ein Monitoring zur Untersuchung der sozioökonomischen Auswirkungen in den betroffenen Regionen durchgeführt. Das Monitoring beinhaltet diverse Sekundärdatenanalysen, eine Erhebung von lokalen touristischen Angeboten sowie zwei repräsentative Bevölkerungsbefragungen. Letztere wurden von gfs.bern durchgeführt und in Zusammenarbeit mit IC Infraconsult ausgewertet. Die Ergebnisse sind in einem Schlussbericht entlang von 19 Indikatoren in 7 Themenbereichen dargestellt und liefern ein umfassendes, objektives Bild der sozioökonomischen Entwicklungen in den betroffenen Regionen. Um die Kontinuität der Erhebungen und Vergleichbarkeit der Ergebnisse über einen langen Zeithorizont zu sichern, wurden Empfehlungen für die Optimierung der Erhebungen erarbeitet.
Die Indikatoren liefern ein fundiertes, objektives Bild der sozioökonomischen Entwicklungen und dienen den Entscheidungsträgern sowie der Öffentlichkeit als faktenbasierte Grundlage. Das BFE plant, das Monitoring bis zur Inbetriebnahme des Tiefenlagers in regelmässigen Abständen zu aktualisieren.