Der Kanton Luzern hat die Fussballeuropameisterschaft der Frauen vom letzten Sommer als Anlass genommen, den aktuellen Zustand und die Auslastung der Fussballsportanlagen zu analysieren und den künftigen Bedarf abzuschätzen. IC Infraconsult hat bei den Gemeinden und Fussballvereinen des Kantons Onlineumfragen durchgeführt und Interviews mit ausgewählten Vereinen, Gemeinden sowie dem Schweizerischen und Innerschweizerischen Fussballverband durchgeführt. Dabei wurde ein besonderer Fokus auf den Frauen- und Mädchenfussball gelegt.
Unsere Analyse zeigt, dass der Fussball im Kanton Luzern weiter wächst. Bis 2055 dürften – allein aufgrund des Bevölkerungswachstums – über 20’000 Personen in einem lizenzierten Verein aktiv sein, mehr als 3’000 zusätzliche Spielerinnen und Spieler im Vergleich zu heute. Sollte die Popularität des Fussballs weiter zunehmen, könnten es sogar über 25’000 sein. Gleichzeitig ist die bestehende Fussballinfrastruktur bereits heute vielerorts sehr stark ausgelastet – insbesondere in städtischen Gebieten, in denen künftig das grösste Bevölkerungswachstum erwartet wird. Zwar sind in einigen Gemeinden Umrüstungen auf Kunststoffrasen oder neue Plätze geplant, doch geeignete Flächen sind knapp. Die vorhandenen Anlagen lassen sich teilweise effizienter betreiben, doch stossen auch diese Optimierungen an Grenzen. Handlungsbedarf besteht zudem beim Personal in den Vereinen – es fehlen Trainer*innen, Schiedsrichter*innen und Funktionär*innen.
Um allen Interessierten weiterhin Fussball im Verein zu ermöglichen, braucht es ein Bündel aus kurz- und langfristigen Massnahmen, welche auf den Interviews, den Umfragen und einem Guide des Schweizerischen Fussballverbands SFV basieren. Diese richten sich an Gemeinden, Vereine sowie an den SFV und die Regionalverbände und bilden die Grundlage für die nächsten Schritte.